Schlossbesichtigung Solitude

Wer hat eigentlich mit wem und wie oft? Woher kamen all die Herrschaften? Es muss zuweilen sehr einsam gewesen sein. So zumindest lässt der Name Solitude (Einsamkeit) vermuten. Hört man jedoch die Geschichten von Mätressen, Dienern und Kavalieren, ging es mitunter sehr frivol zu. Ich könnte ja einiges berichten, aber wir haben der netten Simonetta versprochen Stillschweigen zu wahren. Natürlich darf jeder erfahren was passiert ist, aber nur in den Gemäuern von Schloss Solitude. Alles was gesprochen wird soll dort bleiben und dort gehört es auch hin. Herrlich geschmückte Räume, liebevoll gestaltete Intarsienfussböden und gut versteckte Kammern für das ungestörte Miteinander. Es lässt sich nur erahnen welche Intrigen geschmiedet wurden um die Gunst von Herzog Carl Eugen zu erlangen. Jagden wurden inszeniert um ungestört miteinander die Natur genießen zu können, rauschende Feste gefeiert um den Damen zu imponieren. Eine geschickt eingesetzte Fächersprache half geheime Botschaften auszutauschen und unbemerkt Treffen zu vereinbaren.

All das war nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben am Hofe, den wir während der kurzweiligen Führung erleben durften. Die Damen unter uns lernten den Hofknicks und die Herren den ausdrucksstarken Diener.

Erzählt wurden uns die vielen Geschichten von der Tänzerin Simonetta. Ihre Freundin, die Sängerin Caterina Bonafini hatte ihr die Erlebnisse aus dieser märchenhaften Zeit anvertraut. Sie konnte sich alles gut behalten und hat im historischen Gewand, nicht zuletzt durch ihre ausdrucksstarke Körpersprache den Geschichten eine besondere Note verliehen hat. Bildhafte Erzählungen, gespickt mit satirischen Seitenhieben auf die Monarchie Württembergs, ließen uns eintauchen in die Gesellschaft bei Hofe.

Im Anschluss an diese außergewöhnliche Führung ließen wir uns im prunkvoll eingerichteten Speisesaal verwöhnen und hatten viel zu erzählen über die Geflogenheiten der damaligen Herrscher.

Es war ein schöner Abend der noch mehr Lust macht auf die Geschichten der Diener, des Maestro oder des Gärtners.

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